1
Visual 1

1

1


Tag 12 – 5x in 15 Minuten... :-)

Aufwachen im provisorischen Camp... nach einer oder weniger guten Nacht. Aber - es hieß positiv bleiben... wir lassen uns schließlich die gute Laune nicht verderben.

Wir geben zu, dass man hier auch einen falschen Eindruck bekommen könnte, obwohl es ja schon ein wenig chaotisch war. Die Jungs hatten - wie gestern beschrieben - das Camp - allerdings aufgrund der Umstände in abgespeckter Version als "Basic Camp" - in unmittelbarer Nähe des Dorfes Kwhai aufgebaut, "directly at a main road", was uns bei Kurts Beschreibung ja etwas Angst eingejagt hatte... aber "main road" (also "Hauptstraße") bedeutet hier ein wenig was anderes... es kreuzen sich hier lediglich zwei Sandwege :-)

Wir machten uns also fertig und nahmen das ebenfalls etwas provisorische Frühstück zu uns - ab jetzt konnte es wieder nur besser werden! Nun hieß es, den festgefahrenen Truck zu befreien, denn mit dem war ja nun kein vor- und zurückkommen mehr, der steckte ganz schön drin, wie man sieht:

Wir ließen die Crew also gewähren und stärkten uns etwas für den Tag - und der Truck war auch schon frei.

Los ging es, wir hatten noch ein richtiges Stück Weg vor uns und freuten uns schon jetzt alle tierisch auf ein richtiges Camp, was uns freundlich erwartet, am Abend! So viel Spannendes passierte erstmal nicht, aber ein Schakal ließ sich immerhin blicken:

Man trifft hier nicht nur auf die lebenden Geschöpfe Botswanas, auch die Reste des ein oder anderen erlegten Tieres können beeindrucken. Hier hatten Löwen vor einigen Tagen einen Buffalo gerissen und ihn sorgsam "abgefressen", so dass das übrig blieb - es sah aus, als hätten sie ihn mit seiner Haut zugedeckt. Aber das Fleisch war wohl einfach leckerer.

Seinen Schwestern und Brüdern erging bzw. ergeht es besser, die können weiter grasen und uns anstarren:

Dann zeigte sich uns ein Great White Egret:

Irgendwann kamen wir an unserem gestrigen "Pool" vorbei... und Kurt war der Meinung, dort beim Durchfahren mit dem Jeep ein Nummernschild verloren zu haben - also begab er sich auf die Suche (diesmal ohne uns!):

Die Giraffe grüßte uns auch auf dem Weg...

... das Krokodil weniger, es begab sich alsbald ins Wasser.

So, erste Pause (die ist immer so um und bei 9.00 Uhr). Heute wieder an einem Hippo-Pool, so dass wir unseren Tee und Kaffee und die dazugehörigen Kekse in netter, riesiger :-) Gesellschaft genießen konnten:

Und uns gleichzeitig noch am wunderschönen Anblick der "Day Lillies" erfreuen durften - toll! (... und alle die mit Quark 6.5 arbeiten/gearbeitet haben, könnten diese Blume auch kennen :-)

Meistens schon, aber nicht immer, ist Gundel mittendrin... manchmal betrachtet sie die Lage auch von weitem...

... und versucht, die vielen tollen Eindrücke aufzunehmen.

Weiter gings. Vorbei am Schild des "Chobe National Parks", dessen Grenze wir wieder überquerten.

Vorbei an einer uns bekannten Kreuzung... das Stück Straße sind wir am Donnerstagabend langgefahren, aber bekanntermaßen nicht weit gekommen... :-) (Fragt bitte nicht, warum die Park-Ranger hier keine Schilder von wegen "Straße nicht passierbar" oder so aufstellen... das ist hier eben Seelenruhe, dann fahren sich eben 10 Autos fest - na und?!) ... aber immerhin lag dort ein Baumstamm quer, sozusagen als "Durchfahrt Verboten"-Schild

Heute bogen wir nun aber richtig und links ab und standen wieder an unserer Übernachtungsstelle von vorgestern :-) Kurt erledigte beim Park Ranger einige Einreiseformalitäten (man muß sich hier immer registrieren lassen) und wir warteten. Wir wollten etwas warten - und zwar so lange, bis Edward und seine Crew mit ihrem Versorgungstruck (und unseren Zelten) an uns vorbeigefahren sind - so konnten wir sicher gehen, dass unser "Heim" uns heute abend auch erwarten würde, erlebt hatten wir ja zwischenzeitlich genug... :-)

Und dann ging es weiter auf einer "new road". Das war hardcore - ehrlich. Stundenlang fuhren wir GERADEAUS auf dieser Straße bei sengender Hitze, da hat man unendlich Zeit, seinen Gedanken nachzuhängen...

... das ist das, was sich hier "new road" nennt, also eine gute, neu-präparierte Straße. Wir sind ja mittlerweile an vieles gewöhnt - und empfanden das wirklich als sehr gut!

So, Mittagspause. Viele Schatten-spendende große Bäume gab es hier nicht, aber bei 38 Grad wollten wir auch nicht in der knallen Sonne sitzen. Also machte Kurt einen Baum ausfindig, wo wir unser lecker von Edward vorbereitetes Lunch genießen konnten - heute mit viel roter Beete, Erbsen, Chicken Wings etc. Anschließend ruhte sich jeder auf seine Art und Weise aus und gegen ca. 15.30 Uhr fuhren wir weiter - immer schön die gerade, neue Straße lang... und weiter.... und weiter...

Langsam näherten wir uns unserem Camp, in dem wir die nächsten drei Nächte bleiben werden. Müde durch die lange, weniger-aufregende Fahrt durch eine dennoch ungewöhnlich und auf ihre Weise faszinierende Landschaft, freuten wir uns auf die Ankunft und erwarteten nicht mehr viel. Aber genau, wenn man nichts mehr erwartet, passieren ja tolle Sachen - so auch heute bei uns! Das Stichwort hieß "Löwen"!!! Und zwar genau vor uns - JUCHHU! Schlagartig waren wir alle wieder wach :-)

Da war er – King Luis, beeindruckend vor uns liegend...

... und dazu seine Herzensdame - und was sollen wir Euch sagen??!! Die beiden hatten gerade "mating time", d.h. Paarungszeit! Wir konnten unseren Augen ja wohl kaum glauben, was da gerade abging!

Aber das seht Ihr ja hier selber! Ehrlich - DAS WAR DER HAMMER!!!!! Die Löwen paaren sich nämlich über 2-4 Tage und zwar durchschnittlich viermal pro Stunde. Das funktioniert so, dass das Weibchen sich dem Männchen wirklich anbietet, indem es sich vor ihn hinlegt, er dann gemählich zu ihr schreitet, draufsetzt, 8 Mal seine Hüften schwingt und mit einem SO WAS VON MÄNNLICHEN Gebrülle wieder absteigt und sich daniederlegt. Und dieser Akt wiederholt sich wie gesagt ca. alle 15 Minuten - nur bei diesem Exemplar nicht - der bewies besonderes Durchhaltevermögen :-) Was bedeutet, dass die beiden sich so ca. alle 7-10 Minuten paarten, los ging es - rauf...

... mehr als deutlich brüllen...

... und brüllender-Weise Eindruck schinden - "Was bin ich für ein toller Typ!" :-)

Besonder schön auch, dass das Weibchen während des Aktes immer völlig unbeteiligt-wirkend da liegt und sich anschließend, nachdem er runter ist, so WAS VON WOHLIG sich vor ihm rekelt, dass wir das gar nicht glauben konnten! (Die Damen!) :-)

Genauuuu, Du warst großartig!

Und weiter gings... rauf da...

... brüllen...

... und so was von überzeugend posieren - und die Lady bitte rekeln!

Anschließend fiel das Weibchen immer in ein komatöses Power-Napping. Ehrlich, die schlief so ihre etwa 5-7 Minuten, wachte auf, stand auf, setzte sich vor ihn und weiter gings! Und das ganze wurde von einem weiteren Männchen die ganze Zeit beobachtet, der, wenn der "aktive" Löwe evt. abzieht, dann seine Chance nutzt.
Wir stellten Kurt natürlich 1000 Fragen, die er uns bereitwillig alle beantwortete und lernten dabei, dass die Löwen genau diese Paarungsart haben, um sicher zu gehen, dass das Weibchen auch wirklich schwanger wird. Also, wenn hier nicht Anfang März einige Löwenbabies rumlaufen, dann wissen wir auch nicht! Bei dem Einsatz! :-))

Jedenfalls waren wir alle komplett fasziniert und schauten uns das Spektakel so etwas über eine Stunde an... so was erlebt man nun wirklich nicht alle Tage, dass ein Löwenpaar sich in 8-10 Metern Entfernung vor einem paart - ein UNVERGESSLICHES Erlebnis!!!! SUUUUUUUUUUPER!

Bedingt durch die Löwenschau kamen wir im Camp nun doch erst kurz nach Einbruch der Dunkelheit an - aber das war es uns heute ja allemal wert! Wir waren wieder guter Dinge, hatten ein tierisches - im wahrsten Sinne des Wortes! - Erlebnis hinter uns, fanden ein komplett-fertiges Camp vor - können Euch die Fotos aber daher erst morgen vom Camp zeigen. Im Dunkeln ist nicht so viel zu sehen, bis auf die enorme Regenfront, die aber zum Glück ans uns vorbeigezogen ist :-)

Nach kurzer Akklimatisation saßen wir ein wenig am Feuer...

... und erfreuten wir uns nach zwei spärlicheren Tagen an einem großartigen Abendessen mit leckerer Suppe vorweg, Rinderfilet zum Hauptgang und heute mal Marshmellows am Spieß überm Feuer zum Nachtisch - was ein toller Abend!

Nachdem wir dann 6 Flaschen Wein geleert hatten (von den 9 Leuten trinken 3 keinen Alkohol... Ihr könnt rechnen :-) gingen wir alle total müde, aber happy ins Bett - und freuten uns auf morgen!

Was ein Tag, klasse - diese Löwen werden wir nie vergessen!

voriger Tag voriger Tag voriger Tag vorzurueckhome
1