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Tag 10 – Das glaubt Ihr uns nie!!! – Survival Camp inklusive!

Also, heute müsst Ihr stark sein (wir mussten es auch sein :-) Hier ist SO VIEL passiert, dass es jede Menge zu lesen gibt!!
Es ist Donnerstag und heute ist Campwechsel angesagt. Das heißt, wir verlassen unser Camp der letzten drei Tage und ziehen weiter in ein neues Camp. Das bedeutet im Detail, dass, wenn wir  morgens mit Kurt auf Game Drive gehen, die Crew das ganze Lager zusammenpackt, vorfährt zum nächsten Camp und dort alles wieder aufbaut, so das wir alles fix und fertig vorfinden.

Also ist morgens erst einmal kleines Feuer angesagt, da die Crew die „Küche“ schon zusammengeräumt hat.

Anschließend sind unsere Zelte an der Reihe:

So ein Foto musste mit rein – sagt Gundel :-) Das ist hier immer interessant: die von Elefanten oder wodurch auch immer ungerissenen Bäume, die dann horizontal rumliegen, fangen irgendwann an, wieder nach oben auszuschlagen, so dass aus einem horizontalen wieder ein senkrechter Baum wird:

Die Taschen vor dem Trailer, in den sie gleich verladen werden.

Und auf geht’s – ready!

Heute ist unser Platz ganz vorn (Wir haben ein routierendes System eingeführt, so dass jeder immer abwechselnd auf einem anderen Platz sitzt)... so sieht er dann heute aus (also zumindest unsere Ladestation).

Morgens kann es durchaus auch mal frisch werden (was so 22 Grad bedeuten oder so :-) - und gelegentlich gibt’s dann auch noch mal ein kleines Powernapping... :-)

Wobei die wichtigen Szenen natürlich nicht verpasst werden, hier ein Hippo:

So sieht übrigens ein kleiner Flugplatz für die Lodges aus:

Strahl :-)

Ein Zebra mit Gästen kreuzt unseren Weg:



Und zwei Damen beim Ausguck....

...nach Hippos:

Aber sie gucken nicht allein – Mama Afrika ist auch dabei (nene, hab ich auch erst gedacht - aber der Stuhl ist extra :-)

Ein Straßenschild im botswanischen Busch:

Ja, und dann ging es los. Plötzlich war Hilfe im Busch von Nöten – ein anderer Jeep hatte sich festgefahren – und da hilft man sich natürlich untereinander, denn hier gerät man schneller selbst in so eine Lage wie einem lieb ist. Also, erstmal anschauen das Malheur – aber der steckt fest:

Also macht Kurt sich auf den Weg... denn im Busch hilft natürlich jeder jedem.

Und dann wird losgelegt:

Was aber nicht für alle gilt :-)

Wer nicht beteiligt ist, nutzt die Zeit anderweitig, z.B. für Fotos – hier unsere beiden Damen Katrin und Tina:

Und ich darf natürlich auch nicht fehlen...

Die ganze Situation in 360° Grad:

Und im Anfeuern sind wir ganz groß!

... und jetzt alle gleichzeitig, auch der junge man mit den roten Socken :-) ...

Und weiter geht´s ... aber einmal nach links geschaut, stellen wir fest, dass unsere Hilfe ein zweites Mal gefragt ist... erkennt Ihr die junge Dame?? Mama Afrika ist in Nöte geraten:

Und legt dann selbst Hand an... alter Schwede, das Foto musste sein :-))

Und mit gemeinsamen Kräften wurde geschoben. Wobei – wie hier deutlich wird – Mama Afrika schiebt kräftig mit (und eigentlich allein :-), ans Steuer haben sie mal kurz ein schmächtiges Bürschchen gesetzt...

So,  nun aber genug, wir denken, wir haben unser Wohlfahrts-Soll für heute erfüllt. Also ging es weiter Richtung Lunch Break, welches wir an einem netten Plätzchen einnehmen wollten. Und nett war auch der Himmel, der sich in tollen Farben und Wolkenformationen präsentierte:



Oder?! TOLL!

Schließlich kamen wir an und das von der Crew vorbereitete Lunch konnte genossen werden, serviert auf der Trailer-Ladefläche – aber immer stilvoll mit afrikanischer Tischdecke:

Mit sehr schönen "Flaming Lillies"

Eine Rundumsicht dieses schönen Platzes:

Die Stühle alle raus...

... und dann guten Appetit!

Unsere Lunchbreak wird immer so auf 2 bis 2,5 Stunden ausgedehnt und die Zeit für Nickerchen, Lesen, Schreiben oder was auch immer genutzt. Und natürlich für Fotos

Kurt in Position:

Auf unserem Weg musste wir die Kwhai River Bridge überqueren (und nein, das hat nichts mit dem Film "Die Brücke am Kwai" zu tun, der spielt in Asien :-).

Beim Anblick dieser beschlossen die meisten, die Brücke zu Fuß rüberzugehen, um das Gewicht des Trucks zu entlasten. Wenn Ihr die Brücke auf dem Foto erkennt, versteht Ihr auch warum... Botswanische Brücke ist nicht gleich deutsche Brücke! Also rüber die Damen:

Aber irgendwie hat Tina dieses Rohr falsch gedeutet: "Einen Hamburger Royal mit Käse, große Pommes und ne Cola ohne Eis, bitta" :-))

Das war schon interessant! Nebenan wird übrigens gerade eine zweite Brücke gebaut... das war zu lustig. 9 Arbeiter waren dort – von denen exakt EINER gearbeitet hat...
Schließlich kam dann auch unser Truck heil rüber:

Kurt musste noch einige Formalitäten klären, was uns zu einem kleinen Sonnenstündchen verhalf:

So, Weiterfahrt. Heute kamen wir ausnahmsweise in die Verlegenheit, ein Dorf durchfahren zu müssen. Durchfahren – mit 5 Frauen an Bord??! Keine Chance – da gab es nämlich einen Shop - den einzigen in 10 Tagen!!!!

Klar, da mussten wir natürlich rein! Und was es da alles zu sehen und zu kaufen gab – wir mussten uns erst einmal orientieren. Der Shop war ungefähr 7-8 Quadratmeter groß (klein) – und dort gab es alles!!

3 Mädels von Sinnen :-) Ein Tante-Emma-Laden ist gar nichts dagegen - hier gab es alles! Tina (hinten, im Zebra-Look) brauchte Batterien (die hier wahrscheinlich schon seit 6 Jahren liegen, jedenfalls waren sie trotz teurem Preis nach einem Tag im Fotoapparat alle :-)!), Katrin (Mitte) schoß den Vogel ab und kaufte voller Begeisterung IM TIEFSTEN AFRIKA BUSCH erst einmal Rasierklingen :-))) und Gundel erwarb eine Packung Kekse und zwei Schokoriegel... nicht, dass wir hier nicht gut verpflegt werden, aber Ihr werdet noch sehen, wozu die gut waren! :-) Die künstlichen Rasta-Locken und Damenschlübber, die hier von der Decke hängen, nahmen wir allerdings nicht mit...

Was ein Erlebnis - Shopping im Kwhai-Village! Wir hatten Spaß! :-)

Die Kinder des Dorfes verabschiedeten uns:

Und der Elefant begrüßte uns Ohren-schlabbernd:

Ein prächtiger Bursche!

Und weiter durch den Busch:

Ein Warzenschwein - zu putzig! Wenn es dann läuft, stellt es immer sein Schwänzchen so niedlich hoch - für die nach ihm folgenden Tiere gilt das übrigens als Richtungshilfe!

Bombenwetter, alles läuft, Brian hat gut Lachen... NOCH :-)))

Heute mal Meister Hippo an Land... aber der gute Knabe wollte uns gar nicht sehen - er hatte deutliche Kampfspuren, die wohl auf einen Männlichkeitskampf innerhalb der Gruppe kamen und versteckte sich alsbald im Gebüsch...

aus dem er uns dann anblickte, was uns natürlich ein wenig leid tat... aber das ist Natur, das lernt man hier mehr und mehr.

Dieser Geselle hatte keinerlei Kampfspuren und schlich sehr beeindruckend an uns vorbei:

Kurzes Päuschen mal wieder an einem Hippo-Pool...

wo es immer was zu gucken gibt...

... von unserer als auch von Hippo-Seite, die begutachten einen SEHR deutlich, da ist Vorsicht geboten!

Diese Vorsicht hatten die Giraffen, die wir kurz danach passierten, auch an den Tag gelegt und starrten wie gebannt in eine Richtung, was wir erst gar nicht schnallten! Aber das warum zeigte sich umgehend...

... denn hier gab es eine 4er-Löwen-Gruppe, die es auf die hinter den Giraffen stehenden Zebras abgesehen hatten! WOW, wie spannend - wir wurden Zeuge eines Löwen-Angriffs!!! Wahnsinn!

3 Löwen (junge Tiere) im Hintergund...

... und eines, was sich etwas vorgewagt hatte. Alle beobachteten die Zebras - uns blieb die Luft weg!

Vorsichtig näherte sich das eine Jungtier und beobachtete die Zebras - und ehrlich, unser Jeep stand GENAU dazwischen!

Dann setzte der junge Löwe zum Sprint an...

und nahm die Füße in die Hand...

... und rannte, was das Zeug hielt! Abeeeeeeeeeer....

...er war - mangels Erfahrung, wie Kurt uns erklärte - viel zu früh gestartet :-( Die Zebras bemerkten ihn noch rechtzeitig und konnten fliehen, so dass ihnen - heute - kein Schaden zugefügt wurde und der Löwe hungrig - und um eine Lektion reicher! - zu seinen Artgenosse zurücktrabte...

...denn die standen noch da und waren wohlweislich nicht umsonst mitgerannt. Für uns ein unglaublich spannendes Schauspiel!

Aber wir hatten noch Strecke vor uns zu unserem heutigen Campplatz... das Straßenschild bzw.der Wegweiser geben Auskunft:

Aber der Sundowner mußte natürlich noch sein - bei DIESER Kulisse! Ein herrlicher Sonnenuntergang...

... den wir erst einmal genossen. Zumal wir inzwischen erfahren hatten, dass unser Vorsorgungstruck mit Edward und seiner Crew sich irgendwo in der Pampa festgefahren hatte. Aufgrund der vielen heftigen Regenfälle waren einige "Straßen" teilweise nur schwer passierbar (wie wir ja heute vormittag schon mehrmals erlebt hatten!) - und nun hatte es Edward mit seinem Truck getroffen. Naja, es wurde sich um Hilfe bemüht (wir wußten bis jetzt noch nicht, wie das hier in Botswana funktioniert), also legten wir erst einmal Geduld an den Tag und nutzten die schöne Stunde:

Da kann man einen stecken-gebliebenen Truck schon mal vergessen und lieber an den Löwenangriff denken...

... und einfach die unbeschreibliche Atmosphäre genießen - das taten wir...

... und die anderen auch:

Währenddessen Kurt immer wieder versuchte, Funk-Kontakt mit Edward und seiner Crew aufzunehmen, um über die weitergehende Entwicklung informiert zu werden. Das geht dann immer so "Edward, Edward, Edward.." Aber noch waren alle entspannt... :-)

... konnte man aber auch sein, bei diesem Anblick!

Irgendwann fuhren wir dann weiter... der Dunkelheit entgegen. Der Edward-Truck steckte immer noch fest und nach kurzer Rücksprache zwischen Kurt und uns wurde beschlossen, dass wir versuchen, zu Edward zu kommen, um ihn aus dem Schlamm zu holen. Bis zu einer Kreuzung kamen wir gut voran, dann trennten uns noch etwa 10 km von Edward und wir umfuhren einen quer über die Straße liegenden Baum... die 10 km werden wir wohl noch schaffen! 2 Fahrzeugen haben wir heute aus dem Schlamm geholfen - dann schaffen wir Edward auch noch - auf gehts!

Das, was wir aber befuhren, war keine Straße mehr - das war eine SEEN-Landschaft (zeigen wir Euch morgen!!!) - und was sollen wir sagen, was passierte???!! WIR BLIEBEN SELBER STECKEN!!!!!!!! :-)

Und zwar MITTEN im Schlamm, im Stockfinsteren (es war mittlerweile 20 Uhr etwa) - und wenn wir schreiben "stockfinster" ist das hier auch so - im Umkreis von Hunderten von Kilometern gibt es keine Beleuchtung, keine Dörfer oder dergleichen! Das einzige, was es hier gibt, sind WILDE TIERE! Super, und wir mitten drin!

Also, wir gaben Kurt Bedenkzeit und sprachen miteinander und kamen zu dem Schluß, dass wir es zu Edward definitiv nicht mehr schaffen würden – von den 10km zu Edward und den Jungs hatten wir gerade mal 5km geschafft und das auch nur mit Glück. Die Option war, hier zu bleiben, schließlich steckten wir fest und Hilfe war keinerlei in Sicht. Die andere Option war, mit eigenen Kräften den Jeep frei zu bekommen und zu dem kürzlich passierten Gate zurückzufahren. Das war zwar nicht weniger Wildnis, aber dort steckten wir erstens nicht im Schlamm, dort war es trocken und "irgendwie" besser zum Übernachten. Denn so viel war klar: zu irgendeiner Art von Camp schaffen wir es heute nicht mehr, schließlich trennten uns und unsere Zelte einige Kilometer und vor allem Wasser, Wasser und Schlamm!

Wer jedoch schon mal mittem im afrikansichen Busch in der Situation war, unter freiem Himmel übernachten zu müssen, kann uns vielleicht verstehen. Die Vorstellung, dort im offenen Jeep zu liegen und die Löwen laufen um einen rum, bereitete uns doch allen ein wenig Sorgen... :-)

Also, gesagt - getan. Die Männer nahmen erst einmal den Trailer ab, denn ohne den Anhänger war die Chance, aus dem Schlamm zu kommen, um einiges größer. Schuhe aus, Hosen aus und los:

Der Trailer kommt mit Manneskraft ab...

...und die Damenwelt hält das Ereignis im Bild fest... noch :-)

...denn irgendwann war es nicht mehr nur das lustige Fotografieren... Gundel, warum hast Du schon Deine Schuhe aus??! :-)

Der Trailer ist ab, wird jetzt zur Seite geschoben... im Hintergrund links seht Ihr Brian, der mit seiner Taschenlampe am Kopf im Kreis leuchtet, um so die spiegelnden Augen von Tieren erkennen zu können (kein Scherz!) ... und dann...

... ging es mit geballter Kraft vor den Jeep zum gemeinsamen Anschieben!!!! Kurt saß im Auto und wir schoben von vorn zu fünft, KNIETIEF und fast nackt im Wasser!!! Habt Ihr schon mal in der totalen afrikanischen Finsternis nen Jeep aus dem Schlamm geholt und im selbigen gestanden???! :-) Aber das ist Abenteuer pur - obwohl wir ja eigentlich "ohne Mithilfe der Gäste" gebucht hatten ... :-) Aber dafür können wir den Reiseanbieter jetzt von "Abendsonne Afrika" in "Abenteuer Afrika" umbenennen :-)

Und siehe da – wir haben es tatsächlich geschafft – und sahen dementsprechend aus! :-)))

Der Wagen war frei... und wir mussten das natürlich im Bild festhalten ;-)

Als wir dann die 5km (zum Glück ohne weiteres Steckenbleiben) zurück zu dem Gate geschafft hatten, nahmen wir uns erstmal ein Bier und haben uns in die Runde gesetzt.

Kurt hat uns dann erstmal Instruktionen für die Nacht im offenen Jeep gegeben: nicht auf Toilette und nach Möglichkeit alle Extremitäten während des Schlafens im Wagen belassen, denn sehr wahrscheinlich werden wir Besuch von Hyänen bekommen, die auf der Suche nach Abfall sind... AHA!!!???

Nur mal zur Info: "Normalerweise" sehen die Tiere in dem Jeep mit uns darin nur ein großes Ding und würden nicht auf die Idee kommen, uns anzugreifen. ABER, man kann sich das so vorstellen wie einen Termiten-Hügel – so lang sich der Termiten-Hügel (also unser Jeep) nicht (oder eben nur im Ganzen) bewegt, sieht z.B. ein Löwe nur einen Termiten-Hügel. Wenn ich aber aufstehe, dann bin ich der Affe auf dem Termiten-Hügel und somit eine mögliche Beute... ich weiss, nicht sehr beruhigend :-)

Dann wurde es aber noch einmal Lustig... Kurt hatte uns ja immer gepredigt, wenn ein Löwe oder sonstige potentiell gefährliche Katzen kommen, sollen wir ganz langsam, ohne einen Laut von uns zu geben rückwährts gehen (also auf das Tier gucken, im Gehen nicht den Nacken zu entblößen) und dann im Truck verschwinden...

Aber nach so 20 Minuten gemütlichem sitzen, springt auf einmal Tina auf (dritte von links), ruft "DA KOMMT WAS!!" und sprintet über uns alle hinweg in den Jeep!! Alle anderen, ausser Kurt, bekommen natürlich Panik und springen genauso ungeordnet und unbeholfen über den armen Kurt hinweg in den Jeep und dann folgt auch Kurt... der Grund: in ca. 8 Metern Entfernung streunt nämlich auf einmal ein Geschoß von einer Hyäne (ein ganzes Stück größer als ein Rottweiler) um den Jeep...

Ihr Könnt Euch ja die Damen (aber ich muss zugeben, auch die meisten Herren) vorstellen – an einen ruhigen Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken... und wer eben nochmal auf Klo wollte, der hat diesen Gedanken jetzt für diese Nacht endgültig verworfen :-)) Zumal 10 Minuten später eine weitere Hyäne auf der anderen Seite des Jeeps war...

Nachdem sich die erste Panik wieder ein bißchen gelegt hatte und die Hyänen seit 30 Minuten nicht mehr zu hören und zu sehen waren, wurde mit Insektenspray die Nachtruhe eingeleutet...

... und der, der konnte, suchte sich einen kuscheligen Platz für die Nacht... Tina und Gundel waren so aufgeputscht, dass sie zunächst erst einmal die "Nachtwache" - allerdings vom Jeep aus -übernahmen und...

Kurt schlief natürlich fast als erster... :-)

... aber so nach und nach, hat dann jeder etwas Schlaf gefunden.

Aber das war ein Tag - und vor allem eine Nacht - die wir alle so schnell nicht vergessen werden :-)

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